Waffengegner

Von , 8. September 2011 23:59

Von Sarah Thompson
http://www.iwoe.at/

Wüten gegen Selbstverteidigung
Ein Psychiater untersucht die Waffen-Weg Mentalität.

 

“Man braucht keine Schusswaffe; die Polizei wird einen schützen”

“Wenn die Leute Schusswaffen führen, wird es Schießereien über Parkplätze und Fußballspiel geben”

“Ich bin ein Pazifist. Erleuchtete, spirituell wache Menschen sollten keine Schusswaffen besitzen”

“Ich würde lieber vergewaltigt werden, als dass so ein Rambotyp mich zu retten versucht”

Wie oft haben Sie solche Aussagen von fehlgeleiteten Befürwortern der Opferentwaffnung gehört, oder von völlig uninformierten Verwandten und Nachbarn? Warum halten Menschen an diesen Glaubenssätzen so fest, trotz unwiderlegbarer Beweise, dass diese falsch sind? Warum werden sie so unglaublich wütend, wenn Besitzer legaler Waffen darauf hinweise, dass diese Aussagen inhaltlich und logisch falsch sind?

Wie kann man mit diesen Leuten effektiv kommunizieren, die so realitätsfremd und irrational erscheinen?

Eine Möglichkeit mit Waffengegnern umzugehen ist es, ihre psychologischen Prozesse zu verstehen. Wenn man versteht, warum diese Menschen sich so irrational verhalten, kann man besser mit ihnen kommunizieren.

Psychologische Verteidigungsmechanismen

Projektion

Vor einem Jahr erhielt ich eine E-mail.
Der Autor, der anonym bleiben wollte, behauptete, dass niemand das Recht habe, Waffen zu tragen, weil er selbst nicht zum Opfer einer seiner Nachbarn werden wollte, der vielleicht einen “schlechten Tag” erwischt hätte. (ich weiß nicht, ob diese Person männlich ist, nehme es aber der Einfachheit halber einmal an). Ich stellte die Gegenfrage, warum er denn meine, seine Nachbarn würden ihn ermorden wollen, und erhielt natürlich keine Antwort. In Wirklichkeit ist es wahrscheinlicher, dass er von einem Nachbarn ermordet würde, der keine legale Waffe besitzt und noch wahrscheinlicher, dass er irrtümlich von einem Polizisten erschossen würde.

Woher “weiß” den mein Korrespondent, dass seine Nachbarn ihn ermorden würden, wenn sie Schusswaffen hätten? Er weiß es eben nicht. Was er tatsächlich ausdrückt ist, dass wenn er eine Waffe hätte, könnte er an einem schlechten Tag seine Nachbarn ermorden, oder falls sie seinen Parkplatz besetzen, oder ihre Musikanlage zu laut aufdrehen. Das ist ein Beispiel für das, was Fachleute für psychische Gesundheit “Projektion” nennen – unbewusst die eigenen inakzeptablen Gefühle auf andere Menschen zu projizieren, sodass man selbst nicht dafür verantwortlich zu sein braucht. Gelegentlich werden diese unerträglichen Gefühle nicht auf Personen, sondern auf unbelebte Gegenstände, beispielsweise Schusswaffen projiziert, sodass der Projektor glaubt, die Waffe selbst würde ihn ermorden.

Projektion ist ein psychischer Verteidigungsmechanismus. Das sind unbewusste psychologische Vorgänge, die uns vor Gefühlen schützen, die wir nicht bewusst akzeptieren können. Sie funktionieren unterbewusst, damit wir nicht bewusst mit “verbotenen” Gefühlen und Impulsen umgehen müssen. Würde man meinen E-mail Schreiber fragen, ob er denn wirklich seine Nachbarn ermorden wolle, so würde er dies heftig verneinen, und stattdessen behaupten, seine Nachbarn würden ihm nach dem Leben trachten.

Projektion ist ein besonders tückischer Mechanismus, weil er nicht nur verhindert, dass ein Mensch mit seinen eigenen Gefühlen umgehen muss, sondern auch eine Welt schafft, in der er glaubt, alle Menschen würden seine negativen Gefühle an ihn zurückleiten.

Alle Menschen haben gewalttätige, sogar mörderische Impulse. Es ist nicht ungewöhnlich, Sätze wie “Ich bring’ meinen Chef um” oder “mach’ das nochmal und ich bring’ Dich um” zu hören. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen jemand töten würden oder könnten; sie drücken damit bloß ihren Ärger und ihre Frustration aus. Wir alle empfinden Angst, Hilflosigkeit und Verletzlichkeit. Die meisten Menschen können die Gefühle von Zorn, Angst, Frustration, Neid usw. zugeben, ohne darauf ungeeignet oder destruktiv zu reagieren.

Manche Menschen können jedoch nicht bewusst zugeben, dass sie solche “inakzeptablen” Gefühle haben. Sie mögen überdurchschnittlich starken Zorn, Frust oder Angst haben. Vielleicht befürchten sie auch, wenn sie diese Gefühle zugeben, so könnten sie die Kontrolle verlieren und tatsächlich jemandem wehtun. Sie könnten auch glauben, dass “gute Menschen” solche Gefühle nicht haben, obwohl tatsächlich alle Menschen diese empfinden.

Das gilt besonders heute, wo sogenannte “Erziehungsexperten” Kindern grundsätzlich verbieten, negative Emotionen oder Aggression auszudrücken. Anstatt zu lernen, dass diese Gefühle ganz normal sind und bloß das destruktive Verhalten beherrscht werden muss, lernen Kinder nun, dass solche Gefühle böse, gefährlich und mit schwerer Strafe bedroht sind. Um sich nun vor dem “Böse sein” zu schützen, werden sie gezwungen, psychische Verteidigungsmechanismen einzusetzen, damit sie ihre eigenen normalen Gefühle nicht besitzen müssen. Unglücklicherweise kann die unangebrachte Verwendung dieser Mechanismen die psychische Gesundheit beeinträchtigen; Kinder müssen lernen, mit der Realität umzugehen, nicht wie man sie vermeidet.

(Diese Diskussion der psychischen Mechanismen bezieht sich auf die durchschnittlichen Personen, die nicht oder falsch informiert sind bezüglich Schusswaffen und Selbstverteidigung. Sie trifft nicht auf den Anti-Waffen Ideologen zu. Fanatiker kennen die Tatsachen und propagieren die Opfer-entwaffung ganz bewusst und absichtlich um der politischen Macht willen. Diese psychologische Analyse trifft nicht auf solche zu.)

Verneinung

Ein anderer häufig benutzter Verteidigungsmechanismus ist die Verneinung. Verneinung ist die Weigerung, den Tatsachen ins Auge zu schauen. Zum Beispiel die Ehefrau, deren Mann beginnt, spät nach Hause zu kommen, fremdes Parfum an den Kleidern hat, und auf dessen Kreditkartenabrechnung Blumen und Schmuck auftauchen. Sie könnte ziemlich wütend auf eine wohlmeinende Freundin werden, die andeutet, dass ihr Mann eine Affäre haben könnte. Die Realität ist augenscheinlich, aber die betrogene Ehefrau ist durch die Untreue ihres Mannes so bedroht, dass sie diese nicht akzeptieren kann und deshalb ihre Existenz verneint.

Waffengegner handeln genauso. Es ist offensichtlich, dass wir in einer gefährlichen Gesellschaft leben, wo Kriminelle unschuldige Opfer angreifen. Beinahe jeder kennt jemanden oder ist selbst einmal zum Opfer geworden. Ebenso offensichtlich ist, dass die Polizei nicht jeden Menschen überall und 24 Stunden am Tag beschützen kann. Umfangreiche Studien zeigen, dass die Polizei nicht gesetzlich gezwungen ist, einzelne Menschen zu beschützen und dass Waffenbesitz der effektivste Weg ist, sich selbst und seine Familie zu beschützen. Es gibt unwiderlegbare Beweise dafür, das die Opferentwaffnung fast immer dem Völkermord vorausgeht. Trotzdem behaupten die Waffengegner trotz aller gegenteiligen Beweise, dass “die Polizei Dich beschützen wird”, “dies eine sichere Gegend ist” und “es hier nicht passieren kann”, wobei es alles zwischen Straßenraub und Massenmord sein kann.

Waffengegner die die Realität der nachgewiesenen und erheblichen Gefahren der Opferentwaffnung nicht akzeptieren wollen, verwenden Verneinung um sich vor dem Unbehagen sich hilflos und verletzlich zu fühlen zu schützen. Ebenso handeln Waffenbesitzer, die behaupten “Mir werden die Waffen schon nicht weggenommen werden” um sich vor der Vorstellung zu beschützen, gewaltsam entwaffnet und damit hilflos und verletzlich gemacht zu werden.

Reaktionsbildung

Reaktionsbildung ist ein weiterer häufiger Verteidigungsmechanismus unter den Waffengegnern. Reaktionsbildung geschieht, wenn eine inakzeptable Emotion oder Wunsch in das genaue Gegenteil verkehrt wird. Zum Beispiel ein Kind, das auf einen Geschwisterteil neidisch ist könnte exzessive Liebe oder Zuwendung für den verhassten Bruder oder die verhasste Schwester ausdrücken.

Ebenso kann ein Mensch, der eine mörderische Wut auf seine Mitmenschen hat, behaupten, ein Pazifist zu sein, oder es ablehnen, Fleisch zu essen oder sogar Insekten zu töten. Solche Leute flüchten sich oft in spirituelle Disziplinen und glauben, sie wären den “weniger zivilisierten” Menschen “überlegen”, die “gewalttätige Verhaltensweisen” wie Jagen oder Sportschießen ausüben. Sie können auch “Tierschutz” Organisationen beitreten, die Tierrechte über Menschenrechte stellen. Dadurch kann eine solche wütende Person nicht nur vermeiden, mit der eigenen Wut umzugehen, sondern es erlaubt ihm sogar, den verhassten Menschen Schaden zuzufügen, ohne Wissen zu müssen, dass er sie hasst.

Das soll jetzt nicht jene vielen wunderbaren Menschen schlecht machen, die Pazifisten, religiös oder vegetarisch sind, oder sich um den Tierschutz kümmern. Es geht nicht darum, was geglaubt wird, sondern wie ein Mensch seinen Glauben auslebt und erlebt. Ernsthafte Ausübende suchen sich zu bessern, oder in einer respektvollen, sanften Weise zu helfen. Sie arbeiten daran, andere friedlich zu überzeugen indem sie ein Beispiel für ihrer Meinung nach richtiges Verhalten geben. Ehrliche Pazifisten zeigen gegenüber allen Menschen guten Willen, auch wenn sie nicht mit ihnen einer Meinung sind.

Ganz im Gegensatz dazu steht ein wütend ausfallender Mensch, der Fleisch verbieten will und glaubt dass die Ermordung von Jägern zur “Rettung der Tiere” gerechtfertigt ist – oder der Mensch der Selbstverteidigung verbieten will und glaubt, unschuldige Menschen wären verpflichtet, sich für die Verbesserung der Gesellschaft vergewaltigen und ermorden zu lassen. Beispielsweise sagt die Feministin Betty Friedan “dass sogar in Selbstverteidigung die letale Gewalt nur noch mehr Gewalt hervorruft”. Der wirklich spirituelle Pazifist vermeidet jeglichen Zwang bei seinen Bemühungen, andere Menschen nach seinen Vorstellungen handeln zu lassen, und wird generell von positiven Emotionen getrieben, während ein zorniger Mensch “sozial akzeptable” Wege findet, um seinen Mitmenschen zu schaden, sie zu missbrauchen oder gar zu töten.

Im Fall der Waffengegner vermeidet die Reaktionsbildung jede Bewusstwerdung ihres Hasses gegen ihre Mitmenschen, während sie sich gegenüber den “gewalttätigen Waffenbesitzern” überlegen fühlen können. Gleichzeitig erlaubt es ihnen, anderen schweren Schaden und sogar den Tod zuzufügen, indem sie den anderen die notwendigen Mittel zu ihrer Selbstverteidigung verweigern. Das macht die Reaktionsbildung aus psychologischer Sicht sehr attraktiv und daher auch schwer zu begegnen.

Verteidigungsmechanismen werden häufig kombiniert, und ein Waffengegner kann mehrere davon gleichzeitig verwenden. Mein unglücklicher Korrespondent beispielsweise verwendet Projektion um eine Welt aufzubauen, in der seine Nachbarn ihn ermorden wollen. Deshalb wird er zornig und ängstlich und muss noch mehr Mechanismen einsetzen, um das zu ertragen. Also verwendet er Projektion um seinen eigenen Zorn auf andere zu übertragen, Verneinung der Gefahren um vor einer Welt zu schützen, in der er glaubt hilflos den Mordgelüsten der anderen ausgesetzt zu sein, und Reaktionsbildung um zu versuchen, die Kontrolle über aller anderer Leben zu erlangen weil sein eigenes Leben ihm so hoffnungslos entgleitet.

Verteidigungsmechanismen verzerren die Realität

Verteidigungsmechanismen verzerren die Realität, um unangenehme Emotionen zu vermeiden. Deshalb ist beim Anwender die Fähigkeit, die Realität zu erkennen und zu akzeptieren vermindert. Das ist der Grund, warum mein E-mail Schreiber und viele andere Waffengegner an ihrem Irrglauben festhalten, ihre Nachbarn und Arbeitskollegen würden zu Massenmördern, würde man ihnen den Besitz von Schusswaffen erlauben.

Legale private Waffenträger sind tatsächlich weniger gewalttätig und weniger anfällig für kriminelle Aktivitäten jeglicher Art als der Durchschnitt der Bevölkerung. Ein unbescholtener Bürger, der einer polizeilichen (und hierzulande auch einer psychologischen) Untersuchung standgehalten hat, sich einem Training unterzogen hat und hunderte Euro für einen Waffenpass und eine Schusswaffe ausgegeben hat, wird nur mit äußerst geringer Wahrscheinlichkeit einen Nachbarn ermorden. Das würde ja eine Fahndung nach sich ziehen, ein Gerichtsverfahren, Gefängnis, in den USA möglicherweise sogar die Todesstrafe, und die Zerstörung seiner Familie, seiner Karriere und seines Rufes. Offensichtlich macht es für einen solchen Menschen keinen Sinn, seinen Nachbarn zu erschießen – außer in Notwehr. Ebenso offensichtlich hat ein Waffengegner, der meint dass böswillige Schusswechsel durch legale Waffenbesitzer wahrscheinlich sind, den Kontakt zur Realität verloren.

 

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