Schulmassaker in Florida – Polizei greift nicht ein

Von , 24. Februar 2018 16:12

Am 14.02.2018 attackierte ein 19-jähriger mit Schusswaffen seine ehemalige High-School in Broward (Florida-USA) und tötete insgesamt 17 Personen.

Kurz nach seiner Verhaftung kam dann raus, dass der Täter bereits seit Jahren unter psychologischen Problemen litt und den Behörden wegen seiner Gewaltphantasien und Mordabsichten bekannt war. Diese blieben aber untätig und missachteten vorgeschriebene Protokolle, wie mit gewaltaffinen Personen, die offensichtlich an einer psychologischen Störung leiden, verfahren werden soll. Mittlerweile sind zwei Deputies, die in der Vergangenheit zu mehreren Einsätzen wegen des Täters oder dessen Bruders gerufen wurden, mit eingeschränktem Dienst belegt worden. Gegen die Beiden wird ermittelt.

Wie man jetzt aber aus der US-Presse erfährt, gab es aber auch während der Tat selbst einige Hilfssheriffs, die untätig blieben.

Zunächst ging man von nur einem einzelnen Deputy aus, der während der Schießerei nichts unternahm. Sheriff Scott Israel war auf der entsprechenden Pressekonferenz sichtlich wenig angetan von dem Verhalten seines Angestellten. Dieser wurde kurz danach zunächst suspendiert, quittierte dann aber von sich aus den Dienst. Mittlerweile steht der ehem. Polizist unter Personenschutz seiner ehem. Kollegen. Neueste Meldungen aber besagen, dass es insgesamt min. drei weitere Deputies gab, die es nach dem Eintreffen am Tatort vorzogen hinter ihren Einsatzfahrzeugen in Deckung zu gehen, während der 19-Jährige in der Schule weiter um sich schoss.

Während Aktivisten für ein schärferes Waffenrecht in den USA die Schießerei selbst für ihre Kampagne ausschlachten und mit hoch emotionalen Bildern und Apellen an die Öffentlichkeit gehen, stellt sich im Hinblick auf das eklatante Versagen der Behörden und Einsatzkräfte eine Frage, die auch hier in Deutschland gestellt werden muss:

Wer soll zukünftig die Zivilbevölkerung schützen, wenn die Behörden, die für die öffentliche Sicherheit zuständig sind, auf mehreren Ebene kollektiv versagen?

Quellen:

NY-Times: As Gunman Rampaged Through Florida School, Armed Deputy 'Never Went In'

FOX-News: Cop who didn't enter school during Florida shooting resigns, has home guarded, is slammed as 'coward' by Trump

The Hill: Additional deputies did not enter Florida high school during shooting

Tribunist: Four Deputies, Not One, Hid Outside of School During Mass Shooting According to New Report

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2 Antworten für “Schulmassaker in Florida – Polizei greift nicht ein”

  1. Karl Müller sagt:

    Hier als Polizei nicht einzuschreiten ist ein Skandal erster Ordnung. Solche Kollegen brauch keiner, hoffe die werden unverzüglich aus dem Dienst entfernt!

    Ansonsten gebe ich ein praktisches Problem zu bedenken: Die Masse der aus dem Gebäudekomples abließendnen Schüler muss man beim Zugriff irgendwie schnen überwinden, das kann schon problematisch sein.

     

     

  2. Seb sagt:

    Das Traurige ist, dass die Medien, die von den Verfehlungen der Deputies berichten, nicht in der Lage sind, das eigentliche Problem zu erkennen: Wer sich auf das Gewaltmonopol des Staates verlässt, ist im Zweifel verlassen. 

    Präsident Trump denkt darüber nach, die Möglichkeit zu schaffen (letztlich können nur die Bundestaaten entsprechende Gesetze beschließen), erfahrene Lehrkräfte mit entsprechendem Hintergrund (Veteranen, ehemalige Polizisten etc.) das Tragen von Waffen zu erlauben, damit diese in ähnlichen Fällen den oder die Täter schnell ausschalten und so Schlimmeres verhindern können. Doch auch hiergegen plärren vor allem deutsche Medien lauthals an. 

    Wer das Recht auf Selbstverteidigung verliert, ist verloren. Ich weiß nicht, welche psychische Störung verhindert, dass die Menschen diese simple Logik begreifen. 

     

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