Notwehr in England

Von , 21. Juli 2011 23:36

Von Dr. Georg Zakrajsek

In Großbritannien derzeit nicht. Man hat dieses fundamentale Menschenrecht auf der Insel nach und nach abgeschafft. Es begann 1997 mit einem totalen Verbot von Verteidigungswaffen, den Pistolen und den Revolvern. Sie wurden den Menschen weggenommen. Natürlich nur jenen, die sie brav gemeldet hatten. Dann kamen andere „Offensivwaffen“ wie Messer und andere Geräte, sogar große Schlüssel die Reihe. Die Bürger wurden völlig wehrlos gemacht.

Schließlich wurde der Verbrecherschutz intensiv ausgebaut. Ein Farmer, der sich gegen zwei Einbrecher gewehrt hatte und einen davon erschossen hat, wanderte lebenslang hinter Gitter. Eine Oma, die ihr Grundstück mit Stacheldraht umzäunt hat, weil sie ewigen Einbrüche satt hatte, wurde schwer bestraft. Ein Handwerker, der einen kaputten Besen zur Reparatur bringen wollte, wurde von einem Einsatzkommando, das ein übereifriger Passant gerufen hatte, weil er den Besen für ein Gewehr hielt, einfach umgenietet.

Und die Straftäter wurden gehätschelt: Nach der Hälfte der Strafe wurde automatisch ausgelassen und wegen eines Eigentumsdeliktes wurde überhaupt keiner mehr eingesperrt, sondern kriegte irgendwelche Auflagen, um deren Einhaltung sich aber niemand kümmerte.

Das war die Situation in der sich das Land befand, in die sie die Labour-Regierung mit ihrem Anti-Waffen-Wahn gebracht hat.

Das Verbrechen indes blühte. Die Zahl der Morde erreichte ungeahnte Höhen, illegale Waffen überschwemmten die Insel, Jugendbanden agierten immer skrupelloser. Drogendealer beherrschten die Straßen. Alle waren bewaffnet. Mit Messern, aber auch mit Schußwaffen und das waren keine Schrotgewehre mehr sondern vollautomatische Kalaschnikows.

Die britischen Sozis haben sich trotz alledem wirklich lange gehalten. Schuld daran ist zum Teil die unendliche Geduld der Leute dort gewesen, aber auch das englische Wahlsystem. Jetzt aber hat sich das Blatt gewendet und es scheint ein Hauch von Vernunft einzukehren.

Der ORF berichtet: „Einbrecher sollen es in Großbritannien künftig schwerer haben: Die Regierung gibt Opfern von Einbrüchen und Raubüberfällen mehr Rechte zur Selbstverteidigung. Demnach dürfen sich Überfallene künftig auch mit Waffengewalt zur Wehr setzen.“

Was man nicht sagt. Die Regierung ist gnädig mit den Opfern und erlaubt ihnen, daß sie sich wehren. Das ist recht großzügig. Zuerst alles wegnehmen und weil es gar nicht mehr geht, einen kleinen Teil der Rechte wieder zurückgeben.

Weiter: „Wenn eine alte Frau bemerkt, daß ein 18-Jähriger in ihr Haus einbricht, und sie nimmt ein Küchenmesser und sticht es ihm in den Leib, dann macht sie sich keiner Straftat schuldig“, sagte Justizminister Kenneth Clarke heute der BBC.“

Schön. Das war also verboten in diesem unglücklichen Land. Eine alte Frau durfte sich gegen einen jugendlichen Einbrecher nicht wehren, sie hätte sich einer Straftat schuldig gemacht. Unglaublich, aber wahr.

Und tatsächlich:

„Das Parlament soll demnächst einem Gesetzentwurf zustimmen, der das bereits bestehende Recht auf Selbstverteidigung ausweitet und Unklarheiten ausräumen soll. „Wir werden klarmachen, daß man auf einen Einbrecher mit dem Schürhaken losgehen kann, wenn das die beste Möglichkeit zur Verteidigung ist“, sagte der Minister. Fliehenden Räubern in den Rücken zu schießen bleibe aber verboten.“

Dennoch bleibt das ganze ein Skandal. Schürhaken erlaubt, Waffen verboten. Denn ihre Schußwaffen werden die Briten wohl nie mehr bekommen. Die bleiben den Verbrechern vorbehalten.

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